Medikamente ab 60
Im Alter nehmen viele Menschen mehrere Medikamente gleichzeitig ein – das erfordert besondere Sorgfalt und regelmäßige ärztliche Kontrolle. Als Kardiologe und Internist weiß ich, wie wichtig die richtige Einnahme, mögliche Wechselwirkungen und individuelle Anpassungen für Senioren ab 60 sind. Hier finden Sie aktuelle, verlässliche Informationen rund um das Thema Medikamente im Alter.
Zuletzt aktualisiert: 11.05.2026 06:01 Uhr
Medikamente — Das Wichtigste auf einen Blick
Medikamente sind für viele Senioren ab 60 unverzichtbar zur Behandlung chronischer Erkrankungen, doch der alternde Körper verarbeitet Wirkstoffe anders – weshalb regelmäßige ärztliche Überprüfung und ein strukturiertes Medikamentenmanagement besonders wichtig sind.
⚠️ Wann sofort zum Arzt?
- Plötzliche Verwirrtheit, Schwindel oder Stürze nach Medikamenteneinnahme – sofort ärztliche Hilfe suchen
- Starke allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Atemnot oder Schwellungen im Gesicht nach Einnahme eines neuen Medikaments
- Unerklärliche Blutungen, z. B. aus dem Zahnfleisch, im Urin oder Stuhl – besonders bei Blutverdünnern wie Marcumar oder Xarelto
- Anhaltende Herzrhythmusstörungen, Brustschmerzen oder starke Übelkeit kurz nach der Medikamenteneinnahme
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Häufige Fragen zu Medikamente
Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Dauereinnahme von fünf oder mehr Medikamenten, was bei Senioren häufig vorkommt. Je mehr Präparate eingenommen werden, desto höher ist das Risiko für gefährliche Wechselwirkungen und Nebenwirkungen. Der alternde Körper baut Wirkstoffe langsamer ab, da Nieren- und Leberfunktion nachlassen, was zu einer ungewollten Anreicherung im Blut führen kann. Sprechen Sie daher regelmäßig mit Ihrem Hausarzt darüber, welche Medikamente wirklich noch notwendig sind.
Viele Tabletten dürfen nicht geteilt oder gemörsert werden, da sie eine spezielle Schutzschicht oder Retardformulierung besitzen, die die Wirkstofffreisetzung kontrolliert. Bei diesen Präparaten würde das Teilen dazu führen, dass der Wirkstoff zu schnell freigesetzt wird, was gefährlich sein kann. Fragen Sie Ihren Apotheker, welche Ihrer Tabletten sicher geteilt werden dürfen – es gibt meist Alternativen in flüssiger Form oder als kleinere Tabletten.
Grapefruit enthält Substanzen, die wichtige Enzyme in der Leber hemmen und dadurch den Abbau vieler Medikamente – darunter bestimmte Cholesterinsenker, Blutdruckmittel und Blutverdünner – erheblich verlangsamen. Dies kann dazu führen, dass sich der Wirkstoff im Blut gefährlich anreichert. Auch Milch, Kaffee, Alkohol und bestimmte Lebensmittel können die Aufnahme oder Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Lesen Sie stets den Beipackzettel und fragen Sie Ihren Apotheker nach nahrungsmittelbedingten Wechselwirkungen.
Bei einer vergessenen Dosis gilt grundsätzlich: Nehmen Sie das Medikament so bald wie möglich nach, wenn noch genügend Zeit bis zur nächsten geplanten Einnahme ist. Nehmen Sie jedoch niemals eine doppelte Dosis ein, um eine vergessene Einnahme auszugleichen – das kann besonders bei Herzmedikamenten, Blutverdünnern oder Diabetesmitteln gefährlich sein. Bei Unsicherheit wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker, der Ihnen für Ihr spezifisches Medikament eine klare Empfehlung geben kann.
Nein, gerade für Senioren ab 60 sind scheinbar harmlose rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac mit erheblichen Risiken verbunden. Diese Wirkstoffe können die Nierenfunktion verschlechtern, den Blutdruck erhöhen und bei Einnahme von Blutverdünnern das Blutungsrisiko stark steigern. Paracetamol ist bei korrekter Dosierung für viele Senioren besser verträglich, sollte aber ebenfalls nicht ohne ärztlichen Rat dauerhaft eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine sichere Schmerztherapie, die zu Ihren bestehenden Erkrankungen und Medikamenten passt.