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Herzgesundheit ab 60

Ihr Herz schlägt täglich über 100.000 Mal für Sie – ab 60 Jahren verdient es besondere Aufmerksamkeit und Fürsorge. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland, doch mit dem richtigen Wissen und einfachen Alltagsgewohnheiten können Sie Ihr Herzrisiko deutlich senken. Informieren Sie sich hier aktuell und verständlich über alles, was Ihr Herz stark und gesund hält.

✅ Medizinisch geprüft 👨‍⚕️ Dr. Karl Hoffmann 📅 64+ Artikel

Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026 06:00 Uhr

Herzgesundheit — Das Wichtigste auf einen Blick

Herzgesundheit umfasst die Funktion und Leistungsfähigkeit von Herz und Blutgefäßen – und ist für Senioren ab 60 besonders bedeutsam, da das Risiko für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern mit dem Alter deutlich zunimmt.

45 %
aller Todesfälle in Deutschland sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen
1,9 Mio.
Menschen in Deutschland leben mit einer diagnostizierten Herzinsuffizienz
300.000
Herzinfarkte ereignen sich jährlich in Deutschland – einer alle 2 Minuten
ab 65
Jahren steigt das Risiko für Vorhofflimmern auf über 10 % der Bevölkerung an

⚠️ Wann sofort zum Arzt?

  • Plötzlicher starker Druck, Enge oder Schmerz in der Brust – mögliches Zeichen eines Herzinfarkts, sofort 112 rufen
  • Anhaltende Kurzatmigkeit in Ruhe oder beim kleinsten Schritt, besonders nachts, kann auf Herzinsuffizienz hinweisen
  • Plötzliche Bewusstlosigkeit, Schwindel oder Herzrasen mit unregelmäßigem Puls können auf gefährliche Herzrhythmusstörungen hindeuten
  • Neu aufgetretene Wassereinlagerungen in Beinen und Knöcheln kombiniert mit Erschöpfung sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden

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Häufige Fragen zu Herzgesundheit

Laut den aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (2025) gilt für Menschen ab 60 Jahren ein Blutdruck über 140/90 mmHg als behandlungsbedürftige Hypertonie. Dauerhaft erhöhte Werte schädigen die Gefäßwände, begünstigen Arteriosklerose und erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erheblich. Ihr Arzt kann mit Ihnen einen individuellen Zielwert festlegen, da bei sehr alten oder gebrechlichen Patienten manchmal etwas höhere Werte toleriert werden. Messen Sie regelmäßig zu Hause – am besten morgens und abends – und führen Sie ein Blutdrucktagebuch.

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens ungeordnet und zu schnell zittern statt geordnet zu schlagen. Typische Anzeichen sind unregelmäßiger und oft schneller Herzschlag, Herzstolpern, Schwindel, Erschöpfung oder Kurzatmigkeit – manche Betroffene spüren jedoch gar nichts. Das Tückische: Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko um das bis zu Fünffache, da sich im Herzen Blutgerinnsel bilden können. Bei Verdacht sollte umgehend ein EKG beim Arzt oder in der Notaufnahme gemacht werden.

Die mediterrane Ernährungsweise gilt wissenschaftlich als am besten belegt für den Herzschutz: viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Olivenöl, Fisch sowie wenig rotes Fleisch und Fertigprodukte. Besonders wichtig ist die Reduzierung von gesättigten Fettsäuren, Zucker und verstecktem Salz in Wurstwaren und Fertiggerichten. Omega-3-reiche Fische wie Lachs oder Makrele zweimal wöchentlich senken Entzündungswerte und schützen das Gefäßsystem. Auch ausreichend Trinken – etwa 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßter Tee täglich – unterstützt die Herzfunktion.

Ja – in den meisten Fällen ist moderate körperliche Aktivität sogar ausdrücklich empfohlen und Teil der Herztherapie. Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Schwimmen, Radfahren oder Wassergymnastik stärkt den Herzmuskel, senkt den Blutdruck und verbessert die Lebensqualität. Wichtig ist, die Belastung langsam zu steigern und vorher mit dem behandelnden Arzt zu sprechen, vor allem nach Herzinfarkt oder bei Herzinsuffizienz. Viele Krankenkassen bieten zudem spezielle Herzsportgruppen an, die unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

Ab 60 Jahren empfehle ich meinen Patienten regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt, die Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker und EKG umfassen. Der gesetzliche Gesundheits-Check-up (alle 3 Jahre, ab 35 kostenlos per Krankenkasse) sollte konsequent genutzt werden. Bei familiärer Vorbelastung oder Risikofaktoren kann zusätzlich eine Herz-Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) oder ein Belastungs-EKG sinnvoll sein. Fragen Sie Ihren Hausarzt proaktiv nach einem individuellen Vorsorgeplan – früh erkannte Herzprobleme sind deutlich besser behandelbar.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte auf über60plus.de dienen ausschließlich zur Information und ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.