Der Klimawandel ist längst kein abstraktes Zukunftsproblem mehr. Er betrifft uns alle – und besonders Menschen ab 60 Jahren. Denn ältere Menschen reagieren empfindlicher auf Hitze, Pollen und neue Infektionskrankheiten. Ein aktueller Report zeigt: Die Lage in Europa wird ernster.
Was steckt hinter dem Klimawandel und seinen Gesundheitsfolgen?
Jedes Jahr wird es in Europa wärmer. Die Sommer werden heißer und länger. Das klingt für manche verlockend – ist aber gefährlich. Besonders für ältere Menschen. Ihr Körper kann Hitze schlechter regulieren. Das Herz und die Nieren arbeiten in der Hitze auf Hochtouren. In manchen Regionen Europas sterben deshalb immer mehr Menschen an den Folgen extremer Hitze.
Auch die Pollensaison verändert sich. Sie beginnt früher im Jahr und dauert länger. Pollen belasten die Atemwege und können Allergien verschlimmern. Wer ohnehin Asthma oder eine Herzerkrankung hat, merkt das deutlich. Die Luft wird zur Belastung – selbst zuhause oder im Garten.
Dazu kommen neue Infektionskrankheiten. Tropische Erreger wie das Dengue-Virus oder die West-Nil-Krankheit breiten sich durch wärmere Temperaturen nach Europa aus. Übertragende Insekten wie Stechmücken fühlen sich hier zunehmend wohl. Für ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist das ein ernstes Risiko.
Der neue Report zeigt: Besonders Südeuropa ist betroffen. Aber auch Deutschland erlebt immer häufiger gefährliche Hitzewellen. Die Gesundheitssysteme sind gefordert – und wir alle müssen besser vorbereitet sein.
Was bedeutet der Klimawandel für Ihre persönliche Gesundheit?
- Trinken Sie regelmäßig: An heißen Tagen mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich. Warten Sie nicht, bis Sie Durst haben – das Durstgefühl lässt im Alter nach.
- Meiden Sie die Mittagshitze: Zwischen 12 und 16 Uhr lieber drinnen bleiben. Spaziergänge am frühen Morgen oder späten Abend sind besser für Herz und Kreislauf.
- Beobachten Sie die Pollenvorhersage: Apps und Wetterdienste zeigen täglich die Pollenbelastung. An Hochrisikotrgen Fenster geschlossen halten und Ausflüge ins Grüne reduzieren.
- Schützen Sie sich vor Mückenstichen: Verwenden Sie Mückenschutzmittel und tragen Sie bei Abendausflügen lange Kleidung. Stehende Gewässer in der Nähe meiden.
Dr. Hoffmanns Einschätzung zum Klimawandel und der Gesundheit ab 60
Als Kardiologe rate ich meinen Patientinnen und Patienten: Nehmen Sie Hitzewarnungen genauso ernst wie einen Sturm. Der Körper ab 60 braucht mehr Schutz – und den können Sie selbst aktiv leisten. Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt, ob Ihre Medikamente bei großer Hitze angepasst werden sollten. Manche Blutdruckmittel oder Entwässerungstabletten können bei Hitze gefährlich werden.
📅 Original veröffentlicht: 22.04.2026 – 12:34 Uhr
🕐 Auf über60plus.de geteilt: 01.05.2026 – 09:00 Uhr



