Senioren aufgepasst: 7 Warnsignale bei Herzrhythmusstörungen – So schützen Sie Ihr Herz ab 60!

Medizinisch geprüft — Dr. Karl Hoffmann, Kardiologe 5 Min Lesezeit

Herzrhythmusstörungen erkennen und behandeln – Was ältere Menschen wissen sollten

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, das Herz schlägt ein Leben lang — meist ohne dass wir es bemerken. Doch manchmal stolpert es, rast oder pausiert kurz. Das kann Angst machen. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, wie Sie Herzrhythmusstörungen erkennen und was Sie dann tun können.

Was sind Herzrhythmusstörungen überhaupt?

Das Herz schlägt normalerweise regelmäßig. Zwischen sechzig und hundert Mal pro Minute — im Ruhezustand. Ein gesunder Rhythmus entsteht durch elektrische Signale. Diese Signale steuern jeden Herzschlag präzise.

Bei Herzrhythmusstörungen gerät dieses System aus dem Takt. Das Herz schlägt dann zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Medizinisch nennt man das Arrhythmie — also einen gestörten Herzrhythmus.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Unregelmäßigkeit ist gefährlich. Viele Menschen über sechzig erleben gelegentliche Aussetzer. Die meisten sind harmlos. Trotzdem sollten Sie aufmerksam sein.

Diese Warnsignale sollten Sie kennen

Ihr Körper sendet Signale, wenn etwas nicht stimmt. Lernen Sie diese Zeichen kennen. Dann können Sie rechtzeitig handeln.

Häufige Beschwerden bei Herzrhythmusstörungen

  • Herzstolpern: Ein kurzes Flattern oder Aussetzen spüren Sie in der Brust.
  • Herzrasen: Das Herz schlägt plötzlich sehr schnell — ohne körperliche Anstrengung.
  • Langsamer Herzschlag: Sie fühlen sich schwach und schwindelig.
  • Kurzatmigkeit: Ihnen fehlt die Luft — auch in Ruhe.
  • Benommenheit oder Ohnmacht: Sie werden kurz schwarz vor Augen.
  • Müdigkeit ohne Grund: Sie sind erschöpft, obwohl Sie ausreichend schlafen.
  • Druckgefühl in der Brust: Ein unangenehmes Enge- oder Druckgefühl.

Einzelne dieser Beschwerden können viele Ursachen haben. Treten mehrere davon zusammen auf, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Bitte warten Sie dann nicht zu lange.

Wann müssen Sie sofort den Notarzt rufen?

Manche Situationen dulden keinen Aufschub. Rufen Sie sofort die 112, wenn:

  • Sie das Bewusstsein verlieren oder kurz davor sind,
  • starke Brustschmerzen auftreten, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen,
  • Ihr Herzrasen plötzlich beginnt und nicht nachlässt,
  • Sie kaum noch Luft bekommen.

Das sind ernste Zeichen. Handeln Sie sofort — ohne zu zögern.

Die häufigsten Formen im Überblick

Es gibt viele verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen. Für Menschen ab sechzig Jahre sind besonders drei Formen bedeutsam.

Vorhofflimmern — die häufigste Form

Vorhofflimmern ist die verbreitetste Herzrhythmusstörung im Alter. Die oberen Herzkammern — die Vorhöfe — zittern unkontrolliert. Das Herz schlägt unregelmäßig und oft zu schnell. Viele Menschen bemerken es gar nicht. Andere spüren Herzklopfen, Schwindel oder Erschöpfung.

Vorhofflimmern ist nicht direkt lebensbedrohlich. Es erhöht aber das Schlaganfallrisiko deutlich. Deshalb ist eine Behandlung sehr wichtig.

Bradykardie — das zu langsame Herz

Bei der Bradykardie schlägt das Herz weniger als sechzig Mal pro Minute. Der Körper bekommt dann zu wenig Blut. Sie fühlen sich schwach, müde und schwindelig. In manchen Fällen ist ein Herzschrittmacher notwendig. Das ist ein kleines Gerät, das den Herzrhythmus reguliert.

Tachykardie — das zu schnelle Herz

Das Gegenteil ist die Tachykardie. Das Herz schlägt mehr als hundert Mal pro Minute — ohne erkennbaren Grund. Das Herz arbeitet dabei auf Hochtouren. Auf Dauer schadet das dem Herzmuskel.

Ursachen und Risikofaktoren kennen

Warum entstehen Herzrhythmusstörungen? Es gibt viele mögliche Auslöser. Einige kennen Sie vielleicht schon aus dem Alltag.

Körperliche Ursachen

  • Bluthochdruck — er belastet das Herz dauerhaft.
  • Koronare Herzerkrankung — verengte Herzkranzgefäße.
  • Herzinsuffizienz — das Herz pumpt nicht mehr richtig.
  • Schilddrüsenerkrankungen — besonders eine Überfunktion.
  • Elektrolytmangel — zu wenig Kalium oder Magnesium im Blut.

Äußere Auslöser

  • Zu viel Koffein — etwa durch starken Kaffee oder Energydrinks.
  • Alkohol — auch in kleineren Mengen.
  • Starker Stress und Schlafmangel.
  • Bestimmte Medikamente — sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
  • Starkes Übergewicht.

Wer diese Risikofaktoren kennt, kann gegensteuern. Manchmal reicht eine Änderung des Lebensstils aus.

Diagnose und Behandlung — was erwartet Sie beim Arzt?

Bitte scheuen Sie sich nicht, zum Arzt zu gehen. Eine frühe Diagnose ist entscheidend. Je früher man Herzrhythmusstörungen behandelt, desto besser die Aussichten.

Diese Untersuchungen sind üblich

  1. EKG (Elektrokardiogramm): Das ist die wichtigste Untersuchung. Elektroden an Brust und Armen messen die Herzströme. Das dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzlos.
  2. Langzeit-EKG: Dabei tragen Sie ein kleines Gerät vierundzwanzig Stunden lang. Es zeichnet Ihren Herzrhythmus lückenlos auf.
  3. Ultraschall des Herzens: Der Arzt sieht, wie das Herz aufgebaut ist und wie es pumpt.
  4. Blutuntersuchung: Elektrolyte, Schilddrüsenwerte und andere Werte werden geprüft.
  5. Belastungs-EKG: Wie verhält sich das Herz unter Anstrengung? Das zeigt dieser Test.

Welche Behandlungen gibt es?

Die Behandlung hängt von der Art der Rhythmusstörung ab. Ihr Arzt wählt das Richtige für Sie aus.

  • Medikamente: Sogenannte Antiarrhythmika regulieren den Herzrhythmus. Auch Blutverdünner werden bei Vorhofflimmern eingesetzt.
  • Herzschrittmacher: Ein kleines Gerät unter der Haut hält den Rhythmus stabil.
  • Defibrillator (ICD): Bei gefährlichem Kammerflimmern kann ein implantierbarer Defibrillator Leben retten.
  • Katheterablation: Dabei werden fehlerhafte Herzgewebebereiche gezielt verödet. Das ist ein schonendes Verfahren.
  • Lebensstiländerungen: Weniger Stress, kein Alkohol, mehr Bewegung — das hilft oft erheblich.

So schützen Sie Ihr Herz im Alltag

Vorsorge ist besser als Behandlung. Mit einigen einfachen Maßnahmen stärken Sie Ihr Herz jeden Tag.

  • Bewegen Sie sich regelmäßig — dreißig Minuten Spazierengehen täglich genügt.
  • Essen Sie ausgewogen — viel Gemüse, wenig Salz und Fett.
  • Trinken Sie ausreichend Wasser — mindestens anderthalb Liter täglich.
  • Schlafen Sie gut — sieben bis acht Stunden sind ideal.
  • Reduzieren Sie Stress — Entspannungsübungen helfen dabei sehr.
  • Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck — am besten täglich.
  • Gehen Sie zu den Vorsorgeuntersuchungen — auch wenn Sie sich gut fühlen.

Zusammenfassung und mein Rat an Sie

Liebe Leserinnen und Leser, Herzrhythmusstörungen erkennen und behandeln — das ist im Alter besonders wichtig. Die meisten Formen

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Dr. Karl Hoffmann

✎ Geprüft von Dr. Karl Hoffmann

Dr. Karl Hoffmann ist Kardiologe und Internist mit über 25 Jahren Erfahrung in der Seniorenmedizin. Er hat an der Universität Heidelberg studiert und war langjährig als Chefarzt tätig. Seine Spezialgebiete umfassen Herzgesundheit, Blutdruckmanagement und altersgerechte Medikation. Alle medizinischen Inhalte auf Über60Plus.de werden von Dr. Hoffmann persönlich geprüft und freigegeben. Sein Ziel: verständliche, wissenschaftlich fundierte Gesundheitsinformationen für Menschen ab 60.

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